Experten bewerten die Wirksamkeit und Sicherheit von natürlichen Substanzen zur Migränebehandlung

Los Angeles, Juni 2014: Internationale Migräne-Experten bewerten auf einem Kongress die Wirksamkeit und Sicherheit von Pestwurz-Extrakt und weiteren natürlichen Substanzen wie Mutterkraut, Vitamin B2 (Riboflavin), Magnesium und Coenzym Q10.
Drei Videos stehen zur Auswahl: Video Migräne-Symposium (Zusammenfassung), Vortrag Prof. R. Lipton: Wirksamkeit natürlicher Substanzen bei Migräne und Vortrag Prof. H.C. Diener: Sicherheit und Verträglichkeit von natürlichen Substanzen bei Migräne.

Video I: Migräne-Symposium (Zusammenfassung)

 

Tipp: Video mit deutschen Untertiteln ansehen
Das Video des Symposiums ist mit deutschen Untertiteln versehen. Wenn die Untertitel nicht automatisch bei Ihnen erscheinen, klicken Sie unter dem Video auf dem schwarzen Balken auf das Zahnrad (Einstellungen) und wählen Sie die deutschen Untertitel aus. Danach erscheinen die deutschen Untertitel im Video.
Den vollständigen Text der Videozusammenfassung (in deutscher Übersetzung) finden Sie am Ende der Seite.

Video II: Prof. R. Lipton (New York) bewertet die Wirksamkeit von natürlichen Substanzen zur Migränebehandlung

 

Video III: Prof. H.C.  Diener (Essen) bewertet die Sicherheit und Verträglichkeit natürlicher Substanzen zur Migränebehandlung

 

Vollständiger Text des Videos (deutsche Übersetzung)
Vor kurzem sprachen Kopfschmerzexperten auf einem Symposium in Los Angeles über die Wirksamkeit und Sicherheit natürlicher Migränepräparate. Der Vorsitzende, Prof. Dr. Richard Lipton, referierte über Studien, die kürzlich von der American Academy of Neurology bewerteten Nachweise für den Einsatz von Komplementärmedizin und die dazu publizierten Richtlinien.

Prof. Lipton: Aufgrund der Studien unterteilt die Academy Therapien in solche mit Evidenzgrad A, also nachgewiesener Wirkung, Evidenzgrad B, also wahrscheinlicher Wirkung, und solche mit Evidenzgrad C, mit möglicher Wirkung. Von den natürlichen Präparaten ist Petasites oder Pestwurz das einzige mit Evidenzgrad A. Es handelt sich dabei um einen Extrakt aus der Wurzel der Pestwurzpflanze, die zu den Korbblütlern gehört und so aussieht. Er wird seit Jahrhunderten als Hausmittel gegen Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen eingesetzt.

Moderator: Zwei in renommierten Fachzeitschriften publizierte Studien erbringen den Wirkungsnachweis für Petasites oder Pestwurz, es hilft. Und verglichen mit verschreibungspflichtigen Arzneien?

Prof. Lipton: Ich nehme als Bezugsrahmen hier eine der Zulassungsstudien für Topiramat (verschreibungspflichtig). Die Patientengruppen waren in diesen Studien ganz anders, die Ergebnisse sind nicht vergleichbar – mir geht es darum, dass die Ansprechrate bei einem natürlichen Präparat nicht so wesentlich anders ist als bei einem als hochwirksam beurteilten Medikament.

Moderator: Coenzym Q10 wird aufgrund der Forschung als möglicherweise wirksam eingestuft, auch für Magnesium ist eine gewisse Wirkung nachgewiesen. Und Mutterkraut und Riboflavin?

Prof. Lipton: Bezüglich der Wirksamkeit bei Riboflavin, d.h.,  Vitamin B2 habe ich hier drei Studien ausgewählt, wenngleich es natürlich weit mehr gibt.

Moderator: In einer wichtigen Studie wurde Riboflavin bei 55 Patienten einem Placebo gegenübergestellt.

Prof. Lipton: Die Verringerung der Zahl der Kopfschmerztage war groß, die Differenz in den Responder-Zahlen wirklich eindrucksvoll. Ich persönlich verwende Riboflavin bei Kindern ziemlich häufig, weil es eben sehr sicher ist und helfen kann.

Moderator.: Mutterkraut?

Prof. Lipton: Die Ergebnisse für Mutterkraut sind unterschiedlich.

Moderator: Prof. Dr. Hans-Christoph Diener sprach über die Sicherheit und Verträglichkeit dieser natürlichen Substanzen.

Prof. Diener: Bei der Verträglichkeit und Sicherheit könnte ich mich sehr kurz halten. Ich könnte einfach sagen: kein Thema. Als einzige Nebenwirkung wird bei Magnesium Durchfall beobachtet – und das ist bei langsamer Dosissteigerung meist kein Problem.

Moderator.: Riboflavin? Außer leicht verfärbtem Urin?

Prof. Diener: Verträglichkeit und Sicherheit sind auch bei Riboflavin kein Problem.

Moderator.: Dasselbe gilt für Coenzym Q10 und Mutterkraut. Bei Pestwurz berichteten einige Patienten über Aufstoßen, andere über Geschmacksstörungen.

Prof. Diener: Mittlerweile gibt es mehr Studien /Untersuchungen seit Markteinführung, aus denen zehn Fälle von möglicher reversibler Hepatitis hervorgehen. Ich saß im Expertenausschuss, wo all diese Fälle von Hepatologen geprüft wurden. Sie beschäftigten sich sehr genau mit allen zehn Fällen, für neun waren Leberbiopsien vorhanden, und sie stellten nur in einem Fall einen klaren Zusammenhang zwischen der Einnahme von Pestwurz und einer reversiblen Hepatitis her. Die Inzidenz beträgt also, wenn wir die Gesamtmenge an verschriebener oder gekaufter Pestwurz heranziehen, eins zu 175 000 Patienten.

Moderator.: Eine sehr, sehr viel geringere Wahrscheinlichkeit als bei anderen gängigen neurologischen Medikamenten. Spielt die Marke des Präparates eine Rolle?

Prof. Lipton: Bei Pestwurz empfehle ich, die Marke Linpharma, Weber & Weber zu kaufen, weil sie in Deutschland hergestellt wird, die Qualitätskontrolle gut ist – und die Extraktionsmethode ist hier wirklich wichtig. Bei anderen Präparaten weiß man oft nicht, welche Giftstoffe entfernt wurden, wie hoch der Wirkstoffgehalt ist.

Prof. Diener: Von Richard Lipton wissen Sie, dass es für die Extraktion der für die Leber giftigen Stoffe aus den Pflanzen hochentwickelte Methoden braucht. Daher ist es wirklich wichtig, dass der Patient ein natürliches Präparat aus geeigneter Herstellung erhält.

Prof. Lipton: Ich denke, dass es bei Pestwurz wirklich wichtig ist, bei B2 und Magnesium wohl eher nicht.

Prof. Diener: Zusammenfassend wäre für die von mir besprochenen Substanzen also zu sagen, dass bei natürlichen Migränepräparaten unerwünschte Ereignisse oder Sicherheit kein wesentliches Problem sind. Ich meine, dass wir diese Substanzen besonders bei Patienten versuchen sollten, die Angst vor unerwünschten Ereignissen und schlechte Erfahrungen mit Medikamenten haben und die gezielt nach etwas suchen, was weder Gewichtszunahme noch Müdigkeit, Depression und dergleichen hervorruft, vor allem wenn man berücksichtigt, dass sie etwa genauso gut wirken wie Topiramat, Valproinsäure, Betablocker (verschreibungspflichtig) und dergleichen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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Experten bewerten die Wirksamkeit und Sicherheit von natürlichen Substanzen zur Migränebehandlung

Los Angeles, Juni 2014: Internationale Migräne-Experten bewerten auf einem Kongress die Wirksamkeit und Sicherheit von Pestwurz-Extrakt und weiteren natürlichen Substanzen wie Mutterkraut, Vitamin B2 (Riboflavin), Magnesium und Coenzym Q10.
Drei Videos stehen zur Auswahl: Video Migräne-Symposium (Zusammenfassung), Vortrag Prof. R. Lipton: Wirksamkeit natürlicher Substanzen bei Migräne und Vortrag Prof. H.C. Diener: Sicherheit und Verträglichkeit von natürlichen Substanzen bei Migräne.

Video I: Migräne-Symposium (Zusammenfassung)

 

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Das Video des Symposiums ist mit deutschen Untertiteln versehen. Wenn die Untertitel nicht automatisch bei Ihnen erscheinen, klicken Sie unter dem Video auf dem schwarzen Balken auf das Zahnrad (Einstellungen) und wählen Sie die deutschen Untertitel aus. Danach erscheinen die deutschen Untertitel im Video.
Den vollständigen Text der Videozusammenfassung (in deutscher Übersetzung) finden Sie am Ende der Seite.

Video II: Prof. R. Lipton (New York) bewertet die Wirksamkeit von natürlichen Substanzen zur Migränebehandlung

 

Video III: Prof. H.C.  Diener (Essen) bewertet die Sicherheit und Verträglichkeit natürlicher Substanzen zur Migränebehandlung

 

Vollständiger Text des Videos (deutsche Übersetzung)
Vor kurzem sprachen Kopfschmerzexperten auf einem Symposium in Los Angeles über die Wirksamkeit und Sicherheit natürlicher Migränepräparate. Der Vorsitzende, Prof. Dr. Richard Lipton, referierte über Studien, die kürzlich von der American Academy of Neurology bewerteten Nachweise für den Einsatz von Komplementärmedizin und die dazu publizierten Richtlinien.

Prof. Lipton: Aufgrund der Studien unterteilt die Academy Therapien in solche mit Evidenzgrad A, also nachgewiesener Wirkung, Evidenzgrad B, also wahrscheinlicher Wirkung, und solche mit Evidenzgrad C, mit möglicher Wirkung. Von den natürlichen Präparaten ist Petasites oder Pestwurz das einzige mit Evidenzgrad A. Es handelt sich dabei um einen Extrakt aus der Wurzel der Pestwurzpflanze, die zu den Korbblütlern gehört und so aussieht. Er wird seit Jahrhunderten als Hausmittel gegen Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen eingesetzt.

Moderator: Zwei in renommierten Fachzeitschriften publizierte Studien erbringen den Wirkungsnachweis für Petasites oder Pestwurz, es hilft. Und verglichen mit verschreibungspflichtigen Arzneien?

Prof. Lipton: Ich nehme als Bezugsrahmen hier eine der Zulassungsstudien für Topiramat (verschreibungspflichtig). Die Patientengruppen waren in diesen Studien ganz anders, die Ergebnisse sind nicht vergleichbar – mir geht es darum, dass die Ansprechrate bei einem natürlichen Präparat nicht so wesentlich anders ist als bei einem als hochwirksam beurteilten Medikament.

Moderator: Coenzym Q10 wird aufgrund der Forschung als möglicherweise wirksam eingestuft, auch für Magnesium ist eine gewisse Wirkung nachgewiesen. Und Mutterkraut und Riboflavin?

Prof. Lipton: Bezüglich der Wirksamkeit bei Riboflavin, d.h.,  Vitamin B2 habe ich hier drei Studien ausgewählt, wenngleich es natürlich weit mehr gibt.

Moderator: In einer wichtigen Studie wurde Riboflavin bei 55 Patienten einem Placebo gegenübergestellt.

Prof. Lipton: Die Verringerung der Zahl der Kopfschmerztage war groß, die Differenz in den Responder-Zahlen wirklich eindrucksvoll. Ich persönlich verwende Riboflavin bei Kindern ziemlich häufig, weil es eben sehr sicher ist und helfen kann.

Moderator.: Mutterkraut?

Prof. Lipton: Die Ergebnisse für Mutterkraut sind unterschiedlich.

Moderator: Prof. Dr. Hans-Christoph Diener sprach über die Sicherheit und Verträglichkeit dieser natürlichen Substanzen.

Prof. Diener: Bei der Verträglichkeit und Sicherheit könnte ich mich sehr kurz halten. Ich könnte einfach sagen: kein Thema. Als einzige Nebenwirkung wird bei Magnesium Durchfall beobachtet – und das ist bei langsamer Dosissteigerung meist kein Problem.

Moderator.: Riboflavin? Außer leicht verfärbtem Urin?

Prof. Diener: Verträglichkeit und Sicherheit sind auch bei Riboflavin kein Problem.

Moderator.: Dasselbe gilt für Coenzym Q10 und Mutterkraut. Bei Pestwurz berichteten einige Patienten über Aufstoßen, andere über Geschmacksstörungen.

Prof. Diener: Mittlerweile gibt es mehr Studien /Untersuchungen seit Markteinführung, aus denen zehn Fälle von möglicher reversibler Hepatitis hervorgehen. Ich saß im Expertenausschuss, wo all diese Fälle von Hepatologen geprüft wurden. Sie beschäftigten sich sehr genau mit allen zehn Fällen, für neun waren Leberbiopsien vorhanden, und sie stellten nur in einem Fall einen klaren Zusammenhang zwischen der Einnahme von Pestwurz und einer reversiblen Hepatitis her. Die Inzidenz beträgt also, wenn wir die Gesamtmenge an verschriebener oder gekaufter Pestwurz heranziehen, eins zu 175 000 Patienten.

Moderator.: Eine sehr, sehr viel geringere Wahrscheinlichkeit als bei anderen gängigen neurologischen Medikamenten. Spielt die Marke des Präparates eine Rolle?

Prof. Lipton: Bei Pestwurz empfehle ich, die Marke Linpharma, Weber & Weber zu kaufen, weil sie in Deutschland hergestellt wird, die Qualitätskontrolle gut ist – und die Extraktionsmethode ist hier wirklich wichtig. Bei anderen Präparaten weiß man oft nicht, welche Giftstoffe entfernt wurden, wie hoch der Wirkstoffgehalt ist.

Prof. Diener: Von Richard Lipton wissen Sie, dass es für die Extraktion der für die Leber giftigen Stoffe aus den Pflanzen hochentwickelte Methoden braucht. Daher ist es wirklich wichtig, dass der Patient ein natürliches Präparat aus geeigneter Herstellung erhält.

Prof. Lipton: Ich denke, dass es bei Pestwurz wirklich wichtig ist, bei B2 und Magnesium wohl eher nicht.

Prof. Diener: Zusammenfassend wäre für die von mir besprochenen Substanzen also zu sagen, dass bei natürlichen Migränepräparaten unerwünschte Ereignisse oder Sicherheit kein wesentliches Problem sind. Ich meine, dass wir diese Substanzen besonders bei Patienten versuchen sollten, die Angst vor unerwünschten Ereignissen und schlechte Erfahrungen mit Medikamenten haben und die gezielt nach etwas suchen, was weder Gewichtszunahme noch Müdigkeit, Depression und dergleichen hervorruft, vor allem wenn man berücksichtigt, dass sie etwa genauso gut wirken wie Topiramat, Valproinsäure, Betablocker (verschreibungspflichtig) und dergleichen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.